Ein Hoch auf die tollen Knollen dieser Welt und wenn sie dann auch noch so wunderbar vielseitig und als kleine Kraftpakete daherkommen, wie die trendige Süßkartoffel, dann gern auch noch etwas höher. 
Diese süße, energiegeladene Exotin fristet hierzulande schon längst kein unbedeutendes Schattendasein mehr und hat sich in den letzten Jahren mehr als berechtigt den glorreichen Platz im heimischen Feinkostrepertoire erobert. Siegessicher präsentiert sich das knollige Gemüse in unzähligen kulinarischen Facetten und punktet obendrein als wahres „healthy food“.

Herkunft und botanische Besonderheiten

Ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammend, fand die Süßkartoffel zeitgleich mit der uns bekannten Kartoffel ihren Weg nach Europa, doch während die „Erdäpfel“ schnell zum Grundnahrungsmittel avancierten, konnte die süße Knolle den europäischen Gaumen kaum überzeugen und blieb daher als nahrhaftes Lebensmittel lange Zeit weitestgehend unbekannt. 

Obwohl beide Gemüsearten sich in ihrem Habitus sehr ähneln, gehören sie nicht der gleichen Familiengattung an. Botanisch gesehen handelt es sich bei der Kartoffel bekanntlich um ein Nachtschattengewächs, wohingegen die Süßkartoffel, auch Batate genannt, den Windengewächsen zugeordnet wird. Das besondere an ihrer Verwendung ist, dass nicht nur die Knolle vollständig genutzt werden kann, sondern ebenso ihr frisches Blattwerk, welches gern, zubereitet wie Spinat, als schmackhafte Beilage gereicht wird. 
Das wärmeliebende Gemüse gibt es in den verschiedensten Farben, von weiß über gelblich, orange bis hin zu violett und ist ganzjährig in gut sortierten Lebensmittelmärkten zu erhalten. Die europäischen Exportländer sind dann meist Spanien, Portugal oder Italien. Aufgrund ihrer tropischen Herkunft ist sie relativ kälteempfindlich und daher hierzulande schwer zu kultivieren. 

Die Gesundkartoffel 

Hier darf unbeschwert und ohne Reue genossen werden, denn obwohl die Süßkartoffel reich an Kohlenhydraten und Kalorien ist, eignet sie sich hervorragend für figur- und ernährungsbewusste Menschen, Sportler und sogar Diabetiker. Prallgefüllt bis unter die Schale mit wertvollen Stoffen, Vitaminen und Mineralien, zeigt sich die fettarme tropische Knolle gern von ihrer gesündesten Seite. 
Ihre Stärke ist ihre Stärke, denn genau die sorgt einerseits für den lieblichen Geschmack, wirkt sich andererseits aber, dank ihrer Komplexität, positiv und regulierend auf den Blutzuckerspiegel aus. Und dann gibt es da noch den relativ unbekannten sekundären Pflanzenstoff Caiapo. Kaum eine andere Frucht kann mit einem so hohen Anteil des in der Schale befindlichen Stoffes aufwarten wie die Süßkartoffel. Ihm werden unzählige positive Eigenschaften zugesprochen, unter anderem bei der Behandlung von Blutarmut, Diabetes und Bluthochdruck, außerdem wirkt er sich nachweislich günstig auf den Cholesterinspiegel aus. 
Was ihre leuchtend orange Farbe schon verrät, ist ihr hoher Wert an Carotinoiden, vergleichbar mit dem der Möhre. Dieses Beta-Carotin ist wichtig für die Produktion des zellschützenden Vitamins A. 
Außerdem wirken Carotinoide in Kombination mit den ebenfalls vorhandenen Anthocyanen hochgradig antioxidativ. Und weil das an gesundheitlichen Aspekten natürlich längst noch nicht ausreicht, überzeugt die süße Knolle außerdem mit ihrem hohen Gehalt an Vitamin E, B2, B6 und C, sowie Folsäure, Magnesium und Kalium. 

Die Genusskartoffel

Da kommt Schwung in die experimentierfreudige Alltagsküche, denn dieses dankbare Gemüse kann ganz nach kreativer Herzenslust verarbeitet und zubereitet werden. Als echter Tausendsassa stellt die süße Knolle ihr unerschöpfliches Können auf vielfältigste Art und Weise unter Beweis. Dabei darf nach Lust und Laune gegart, gekocht, gebraten, gebacken, geröstet, frittiert, püriert und sogar roh gesnackt werden. 
Ihr angenehm süßer Geschmack ruft aber nicht nur große Genießer auf den Plan. Auch bei den kleinen und kleinsten Feinschmeckern erfreut sich das köstliche Lebensmittel verständlicherweise größter Beliebtheit. Selbst Naschkatzen dürften hier nicht zu kurz kommen, denn die Süßkartoffel lässt sich unerwartet gern in himmlischem Backwerk blicken. Da hüpft dann verzückt auch gern das vegane Herz etwas höher, denn die gesunde Knolle ist ein idealer Ersatz für alle tierischen Erzeugnisse in Kuchen und Desserts.